Samstag, 26. Januar 2019

LHW-Buch über die Elbe

Eher zufällig fiel mir wieder der Link zu einer Broschüre in die Hände, die Manfred Simon, Diplomingenieur für Wasserbau und Mitarbeiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz (LHW) bereits im Jahr 2012 über die Elbe geschrieben hat: "Die Elbe im Raum Magdeburg". Das Büchlein ist eine interessante Übersicht über Geschichte, Wasserwirtschaft, Ökologie, Hoch- und Niedrigwasser.


Manfred Simon, zwischen 1991 und 2003 in der in Magdeburg ansässigen Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) internationale Arbeitsgruppen betreute, die sich mit Hydrologie, Hochwasserschutz, Abwassersanierung und Ökologie befassten, erläutert auf 40 Seiten die wasserwirtschaftliche Belange des Flusses ebenso wie die ökologischen, zeigt Wirkungen von Hochwasser ebenso auf wie die von Niedrigwasser und geht auch auf Naturschutzgebiete an der Elbe ein. Ein guter Überblick zum schnellen Einlesen in für die Elbe relevante Themen.

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

Samstag, 12. Januar 2019

Vorbereitungen auf das ELSA 2019

Am Sonnabend trafen sich die Organisatoren des Elbe-Saale-Camps in Magdeburg zum zweiten Mal zur Vorbereitung des 27. Elbe-Saale-Camps. Diesmal in einer größeren Runde, denn das Elbe-Saale-Camp wird in diesem Jahr gemeinsam mit dem NaSo!-Camp (Nachhaltiges Sommercamp) der BUND-Jugend Sachsen-Anhalt durchgeführt. Deshalb waren diesmal auch Vertreter der BUND-Jugend anwesend. Iris Brunar vom BUND Sachsen-Anhalt moderierte die Diskussionsrunden.


Die etwa 15 Aktivisten diskutierten über drei Stunden hinweg über Vorstellungen und Ziele ihrer Veranstaltungen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden herausgearbeitet, schließlich gab es eine Zusammenstellung möglicher Haupt-Ziele, denen Schwerpunkte von Veranstaltungen zugeordnet wurden. Es zeigte sich, dass es an Ideen für mögliche Veranstaltungen nicht mangelt. Dabei sind die diskutierten Themen durchaus vielfältig, sie reichen vom hundertjährigen Bauhaus-Jubiläum 2019 über Energieeffizienz, dem Schutz der Natur, der Elbe und der Elbauen bis hin zum umstrittenen Natura 2000.

Für die nächsten Wochen und Monate haben sich die Organisatoren vorgenommen, die Veranstaltungen konkret zu planen, Referenten für Vorträge zu gewinnen, Betreuer für Workshops zu finden und vor allem, aus den vielen Ideen ein buntes und an Erlebnissen reiches Programm so zusammenzustellen, dass die sieben Camp-Tage zwischen dem 27. Juli und dem 4. August 2019 gut gefüllt sind.



Donnerstag, 10. Januar 2019

Vortrag des LHW zur Renaturierung der Elbe

In einem Vortrag im Museum des Salzlandkreises informierte Karl-Heinz Jährling, Sachgruppenleiter Morphologie am Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW), über die Arbeiten des LHW zur ökologischen Aufwertung und Renaturierung der Landschaft an der Elbe und über die Möglichkeiten, dies auch in Einklang mit dem Hochwasserschutz – und auch mit der Schifffahrt – zu tun. In seinem Fazit fasste Jährling, der mit seinem Arbeitsgebiet für die ökologische Seite des Landesbetriebes steht, etwas zusammen, was auch durch die Aktivisten des Elbe-Saale-Camps vertreten wird: Die Elbe braucht mehr Raum und mehr Lateralvernetzung (d.h. Vernetzung zur Seite, zwischen Haupt- und Nebenstrom, Altarmen und Aue).


Am Beginn seines Vortrag war eine Karte zu sehen, die das Elbegebiet im Raum Magdeburg Mitte des 19. Jahrhunderts zeigte: zwar schon mit ersten Buhnen, aber immer noch mit zwei Flussarmen (die Dornburger Alte Elbe war damals noch nicht durch das Pretziener Wehr abgesperrt) und mit mehreren Altgewässern.

Karte von 1842, mit dem Verlauf der damals noch
frei fließenden Dornburger Alten Elbe

Im Gegenzug dazu stand ein Luftbild der heutigen Elbe, auf dem die Flussbaumaßnahmen den Fluss weiter einengten und die Alte Elbe zum großen Teil vom Wasserdurchfluss abgeschnitten ist. Die Folgen konnte man gerade bei der langen Trockenheit des vergangenen Jahres deutlich sehen: abgeschnitten vom Hauptstrom hat die Alte Elbe jeden Flusscharakter verloren.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Baden vor 100 Jahren – auch in der Elbe

Zufällig stieß ich auf eine länger zurückliegende Ausgabe des Magdeburger Stadtmagazins Magdeburg kompakt, aus dem September 2015, mit dem Titel-Thema "Badekultur im Wandel der Zeiten"


Auf 9 Seiten geht es darin um historische Freibäder und Schwimmhallen der Elbestadt, aber auch um das Baden in der Elbe, das damals ganz selbstverständlich war. Sei es in Fluß-Badeanstalten oder einfach so, vom Ufer der Elbe aus. Eine Tradition, die wiederzubeleben längst überfällig ist.

Magdeburg ist die einzige Stadt, die das Baden in der Elbe verbietet – es wird Zeit, dass dieses Verbot aufgehoben wird. An das Thema sollte endlich mal der Stadtrat ran.

Online im Archiv von Magdeburg Kompakt nachzulesen (auf Seiten 10-18).

Sonntag, 12. August 2018

Rückblicke auf das Elbe-Saale-Camp

Ein kleiner Hinweis: da die Zeit endlich ist und viele andere Aufgaben warten, die während des Camps liegenblieben, gibt es die Rückblicke im Blog erst nach und nach. Diese werden zeitlich in den Blog eingeordnet. Schaut einfach mal wieder rein, ob es was neues gibt.

Dienstag, 7. August 2018

Badewasserqualität der Elbe

Die Elbe mit ihren sandigen Ufern wird als "längster Sandstrand Deutschlands" bezeichnet und es wird auch längst wieder in ihr gebadet. Wie sieht aber die Wasserqualität dieses Badegewässers aus? Sehr gut, zeigen die Messergebnisse der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Diese hat auf der Informationsplattform Undine die aktuellen Messwerte an mehreren Stellen der Elbe veröffentlicht:

Messwerte an der Messstelle Magdeburg.
Als Vergleich handschriftlich hinzugefügt:
Werte aus der Trinkwasserverordnung
(chemische Inhaltsstoffe) bzw. aus
der EU-Badegewässer-Richtlinie
(Keimbelastung mit Escherichia coli).
Wenn der Text in der Vollbildanzeige
noch zu klein ist, klicken Sie hier.

Anlass der Messungen war das aktuelle Niedrigwasser. Bei extremen Niedrig- und Hochwassern wird das "Messprogramm Extremereignisse" gestartet. Die Messungen ergaben eine so geringe Keimbelastung, dass das Wasser einer ausgezeichneten Badewasserqualität entspricht (gemessen: 56, Grenzwert für ausgezeichnete Qualität: 500). Die übrigen Inhaltsstoffe unterschreiten weit die für Trinkwasser geltenden Grenzwerte. Einzig der Chloridanteil ist höher als für Trinkwasser zulässig, was vermutlich durch die Salzeinleitung in die Saale verursacht wird. Für das Baden ist das aber unschädlich. Außerdem verbietet die Keimbelastung das Trinken des Elbewassers, ebenso auch die Trübstoffe der Elbe (Grünalgen).

Erfreuliches Ergebnis: in der Elbe kann hinsichtlich der Wasserqualität bedenkenlos gebadet werden. Selbstverständlich sollte man schwimmen können und vor allem Kinder nicht allein ins Wasser lassen.

Mittwoch, 1. August 2018

Radtour nach Steckby

Heute ging es mit dem Rad über die Elbe, nach Steckby zur Vogelschutzwarte Sachsen-Anhalt. Über die Barbyer Eisenbahnbrücke, vorbei an der Burg Walternienburg und durch schattige und – trotz der großen Hitze – noch erträglich kühle Auenwälder.

Rast in Walternienburg vor "Heinrichs Pension",
auf einer übergroßen "Baumelbank".

In Steckby gab es von Stefan Fischer sehr interessante Erklärungen zu den Aufgaben seiner Vogelschutzwarte, in der er Dezernatsleiter ist. Unter anderem auch zum Unterschied zwischen Artenschutz und Tierschutz: "Wir bekommen ab und zu Anrufe, jemand habe einen verletzten Vogel gefunden und würde ihn gern zu uns bringen", sagte er, "aber das ist nicht unsere Aufgabe, das können wir gar nicht leisten. Das ist Tierschutz – wir aber sind für den Artenschutz zuständig". Und dieser Artenschutz betrifft dann eben nicht die Erhaltung eines einzelnen Tieres, sondern die Erhaltung der Lebensgrundlagen einer ganzen Tierart.

Die Gründung der Vogelschutzwarte Steckby – idyllisch gelegen in Steckbys altem Pfarrhaus – geht auf das Jahr 1920 zurück. Damals ließ sich der Landwirt Max Behr in Steckby nieder, um sich in der Elbaue dem Biber- und Vogelschutz zu widmen. Nach Max Behr ist dann auch das Veranstaltungsgebäude der Vogelschutzwarte benannt, in dem die Teilnehmer der Fahrradexkursion dem Vortrag lauschten. Max Behr ging es zunächst um den Schutz der letzten Elbebiber, die kurz vor der Ausrottung standen. Später kam der Vogelschutz hinzu und im Februar 1932 folgte die Ernennung zur „Staatlich anerkannten Muster- und Versuchsstation für Vogelschutz“ durch das Anhaltinische Staatsministerium. Die Aufgaben der Station lagen zunächst darin, schädliche Insekten durch ihre natürlichen Feinde zu bekämpfen und diese Forschungen wissenschaftlich zu begleiten.