Montag, 30. Juli 2018

Bootstour auf der flachen Elbe

Am Montag stand eine Bootstour auf dem Programm. Mit Kanus, Falt- und Schlauchbooten starteten die Camp-Teilnehmer auf der flachen Elbe ihre Tour. Auf der Strecke vom Elbe-Saale-Camp in Barby nach Glinde ging es an vielen schönen Sandstränden, an seit Jahrzehnten ungenutzten Häfen und an Flußmündungen vorbei.


Die Teilnehmer waren von der Ruhe und Schönheit der Elbe-Landschaft beeindruckt, die sich gerade jetzt (und übrigens seit Monaten schon) bei Niedrigwasser offenbart. Träge fließt der Fluß dahin, das Wasser plätschert leise und die Sinne gewöhnen sich an die Langsamkeit.

Für die etwa elf Kilometer (von Elbe-Kilometer 291,5 bis 302,7), die man mit kräftigem Paddelschlag in einer guten Stunde bewältigt, nahmen sich die Teilnehmer derTour viel Zeit. Zum einen, weil auf das langsame Schlauchboot Rücksicht genommen werden mußte, zum anderen, weil immer wieder Pausen eingelegt wurden. Schnell nochmal in das warme Wasser der Elbe zu springen war einfach zu verführerisch. Das dachte sich dann auch Mario Peine, Camp-Mitglied von der ersten Stunde an, als er statt im Schlauchboot mitzufahren einfach vorneweg durch die Elbe lief. Selbst mitten in der Fahrrinne gab es Stellen, an denen er mit dem Oberkörper aus dem Wasser ragte. Ebenso aber auch Stellen, an denen er schwimmen mußte.

Sonntag, 29. Juli 2018

Das 26. Elbe-Saale-Camp ist eröffnet

Heute Nachmittag begann das 26. Elbe-Saale-Camp mit einer Auen-Wanderung mit dem Naturschutz-Experten Ernst-Paul Dörfler. Unter dem Titel "Ausgesummt und ausgezwitschert?" standen der Rückgang der Insekten und die Auswirkung auf Natur und Mensch im Mittelpunkt.

Ernst-Paul-Dörfler (3. von rechts) nahm Camp-
Teilnehmer und Gäste mit auf einen Spaziergang
durch die Elb-Auen.

"Wir treffen uns hier bei einer extremen Wetterlage", sagte Dörfler, "die als Zeichen für den Klimawandel genommen werden kann". Und so war dann sein unterhaltsamer Vortrag ein Streifzug quer durch versteckte und offen sichtbare Zusammenhänge von Klima und Mensch, Insekten und  Landwirtschaft, bei dem alles mit allem zusammenhing. Angesichts der tropischen Temperaturen zogen die Teilnehmer der Wanderung von Schattenplatz zu Schattenplatz, um vor den Sonnenstrahlen geschützt Dörflers Vortrag zuzuhören.

"Daß diese Zusammenhänge überhaupt wieder offen diskutiert werden, haben wir den Bienen zu verdanken", so Dörfler, "die von allen von der Kindheit an als Bestäuberinsekten bekannt sind". Aber der Rückgang der Insekten ist viel breiter, erklärte Dörfler weiter und verwies auf mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema, die nicht mehr wegzudiskutieren sind. Inzwischen sind zumindest eineig Zeichen des Rückganges der Insekten selbst für Laien zu erkennen. So die weniger gewordenen Insekten auf den Windschutzscheiben der Autos oder das fehlende Summen in der Luft. "Wir müssen die Natur neu verstehen lernen", sagte Dörfler, "und auch wieder lernen, auf die Insekten zu hören".

Samstag, 28. Juli 2018

Niedrigwasser der Elbe

Die Elbe hat bereits seit Monaten Niedrigwasser – extremes Niedrigwasser. Den bisherigen Tiefstpunkt des Elbepegels in Barby gab es heute Mittag mit 26 Zentimeter. Damit ist der bisherige Extremwert aus dem Jahr 2015 (29 Zentimeter) unterboten. Die ins Wasser führenden Schienen der ehemaligen Barbyer Schiffswerft liegen so weit frei wie schon lange nicht und ein vom Wasser freigelegter Baustamm ist wie ein Kunstwerk ans Ufer der Elbe gestellt.

Schiffe fahren schon lange nicht mehr. Stattdessen sind Sportler und Touristen auf der Elbe zu sehen, die mit ihren Kanus den Fluß befahren und auf den breiten Sandbänken Rast machen. Und immer wieder auch Leute, die den Fluß zum Baden nutzen. Genau solch einen natürlichen Umgang der Menschen mit dem Fluß beschreibt das Motto des diesährigen Elbe-Saale-Camps: "Schöner Leben mit der Elbe". Erobert Euch Euren Fluß zurück!

Das Niedrigwasser ist so stark, dass sogar die Elbe-Fähren in Barby und in Breitenhagen ihren Betrieb einstellen mußten.Das müssen auch Camp-Besucher beachten, die über die Fähre anreisen wollen. Mit dem Fahrrad kann man die Eisenbahnbrücke nutzen. Mit dem Pkw bedeutet der Ausfall der Fähre einen Umweg über Schönebeck.

Fähre fährt nicht


Camp-Aufbau

Das Aufbau-Team hat fleißig gearbeitet, so daß morgen alles zur Camp-Eröffnung bereit ist. Zelte aufstellen, Küchenzelt einräumen, Veranstaltungszelt aufbauen und bestuhlen...
Morgen 14 Uhr beginnt das 26. Elbe-Saale-Camp!

Mittwoch, 6. Juni 2018

Flyer und Plakate

Auf der Webseite des Elbe-Saale-Camp 2018 konnte man die Flyer bereits herunterladen. Jetzt sind sie auch physisch angekommen: heute traf die Lieferung aus der Druckerei ein. Plakate in A3 und A4 und die Flyer liegen zum Aushängen und Verteilen bereit.


Montag, 18. September 2017

Elbe-Andacht am Domfelsen

Heute abend fand um 18 Uhr am Magdeburger Domfelsen eine Elbe-Andacht statt. Organisiert hatte sie Angela Stephan von der Bürgerinitiative Pro Elbe. An den Domstufen kamen dazu Natur- und Umweltschützer aus Magdeburg und anderen Orten an der Elbe zusammen.

Ein grob zusammengezimmertes Kreuz lehnt zur
Elbeandacht an den Pfeilern der Fußgängerbrücke.

Angela Stephan führte durch die Veranstaltung, die neben einer Andacht für die Elbe auch der gegenseitigen Information über aktuelle Ereignisse diente. Sie wies auf die Bedeutung des Gesamtkonzeptes Elbe hin, das Anfang des Jahres gemeinsam von Umweltverbänden, Behörden und Wirtschaft erarbeitet wurde.

Näheres dazu berichtete Iris Brunar, die als Vertreterin des BUND an den Beratungen und Abstimmungen teilgenommen hatte. „Den Zustand der Elbe zu verbessern, ist ein langer Prozess“, sagte sie, „und das Gesamtkonzept ist nur ein erster Schritt auf diesem Weg“. Noch dazu ist es ein schwieriger Weg, auf dem viele gegensätzliche Interessen in Einklang zu bringen sind. Das wir schon an den Interpretationen des Gesamtkonzeptes durch Vertreter von Schifffahrt und Wasserstraßenverwaltung deutlich, die einzelne Passagen wie eine Wassertiefe von 1,40 Meter aus dem Zusammenhang lösen und daraus die Aufforderung zur sofortigen Fortsetzung des Elbausbaus ableiten.

Freitag, 11. August 2017

Text zur Elbe-Andacht

Die Elbe-Andacht wollte der Theologe und Schriftsteller Ludwig Schumann halten. Krankheitsbedingt konnte er nicht in Camp kommen. Nachträglich sandte er den Text, den er für die Elbe-Andacht vorgesehen hatte.

Was ich noch sagen wollte
Text: Ludwig Schumann

Seltsam. Ich habe keine Schmerzen. Ich sehe aber nur verschwommen. Ich scheitere, wenn ich zu denken versuche. Das Gedächtnis scheint ein großes Loch. Es bringt so gut wie nichts, jetzt aufzustehen. Ich bin nicht bei mir. Plötzlich ein Gedanke, der nicht mehr loslässt. Die Andacht im Elbe-Saale-Camp 14 Uhr. Das wird nichts. Tage später weiß ich, dass es nicht mehr und nicht weniger als ein Blutdruck unter 100 war. Für jemand, der seit Jahren mit dem Doppelten lebt, hat das Gesunde Züge von Tödlichkeit. Für mich eine absolut neue Erfahrung. In den Tagen danach kommen besorgte Anrufe. Dass das soviel Anteilnahme auslöst, rührt mich an. Das Netz, in dem man lebt, wird für einen Moment hörbar.

Nun will ich gern nachtragen, was der langsame Leser versäumte, weil er plötzlich tatsächlich verlangsamt worden war. Da gibt es zunächst einen Text aus dem 2. Kapitel der Bibel, aus dem älteren Schöpfungsbericht. Der lautet wie folgt: