Dienstag, 25. Juli 2017

Renaturierung der Dornburger Alten Elbe

Ursprünglich sollte es heute eine Kanutour auf der Elbe geben, von Schönebeck bis zur Kreuzhorst bei Pechau, mit einer Exkursion in das dortige Gebiet der Alten Elbe. Dieser Ausflug fiel buchstäblich ins (Regen-)Wasser. Statt dessen hielt Christian Kunz vom BUND im Elbe-Saale-Camp einen Vortrag über das Projekt, die Dornburger Alte Elbe zu renaturieren.

 
Christian Kunz verwies auf die Hintergründe des Projektes, das aus einem Forschungsprojekt der Hochschule Magdeburg-Stendal (Bereich Wasserwirtschaft, Prof. Volker Lüderitz) heraus entstand und 2006 erstmaligvorgestellt wurde. Damals konnte es aus diversen Gründen, die teils auch in persönlichen Befindlichkeiten lagen, nicht verwirklicht werden. Inzwischen, nach einigen Überarbeitungen, scheint es voran zu gehen: die potentiell zu beteiligenden Träger öffentlicher Belange, wie die Stadt Magdeburg, die Stadt Schönebeck und der Salzlandkreis haben eine Erklärung unterzeichnet, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Die Dornburger Alte Elbe zweigt bei Ranies aus der Elbe ab, fließt dann durch das Pretziener Wehr und an Plötzky vorbei. An der Haberlandbrücke wird das bei Hochwasser heranströmende Wasser in einem Umflutkanal weitergeführt und um Magdeburg herum geleitet. Die Alte Elbe ist an dieser Stelle seit 1870 durch einen Deich vom Wasserdurchfluß abgeschnitten. Ihr Verlauf geht an Elbenau vorbei weiter nach Randau und von dort nach Pechau, wo sie vor dem Deichbau wieder in die Elbe mündete.

Christian Kunz nannte als Hauptziele des Projektes: die Übereinstimmung mit der Wasserrahmenrichtlinie und einen guten ökologischen Zustand herzustellen. Denn im Lauf der zurückliegenden 150 Jahre ist das Gewässer stark verschlammt, zum Teil auch verlandet. Die Artenvielfalt hat stark abgenommen, einige Arten haben sich aber noch erhalten und geben den Anlaß, das Gebiet aufzuwerten.

An einer historischen Karte des Gebietes erläuterte Kunz die ständigen Veränderungen des Laufs der Elbe. Dieser Wechsel von Überschwemmung und Wasserrückgang führte früher dazu, dass es auch einen ständigen Wechsel zwischen Altwasser und Hauptarm der Elbe gab. Das ist nach den Deichbaumaßnahmen nicht mehr möglich.

Geplant ist, den Schlamm am Gewässergrund mit einem Saugbagger abzupumpen und in den ersten ein bis anderthalb Kilometern des Gewässers einzuspülen. Dort würde dann der Untergrund für einen Erlenbruchwald entstehen, die übrigen Kilometer des Flußlaufes könnten dann wieder mit Wasser gefüllt sein.

Weitere Teile des Vortrages und auch der Diskussion handelten dann auch von finanziellen Folgen (die sich wohl auf einige Millionen Euro belaufen werden) und Möglichkeiten der Finanzierung, die unter anderem auch über Ausgleichsmaßnahmen funktionieren kann.

Christian Kunz warb am Schluss der Diskussion für die Renaturierungsmaßnahmen von Gewässern und auch dafür, den Flüssen mehr Raum zu geben, mit einem einprägsamen Satz: "Breitwasser wo es geht verhindert Hochwasser wo es weh tut".

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