Sonntag, 24. Juli 2011

Elbe-Saale-Camp eroeffnet

 Erleichterung, aber auch ein wenig Skepsis war Jutta Röseler und Ernst Paul Dörfler anzumerken, als sie die Teilnehmer und Gäste des Elbe-Saale-Camps begrüßten. Erleichterung, denn nun scheint sich endlich ein Erfolg der langjährigen Bemühungen abzuzeichnen, einen Ausbau von Elbe und Saale zu verhindern. Nicht etwa aus Einsicht, sondern schlicht aus Geldmangel im Verkehrsministerium. Und Skepsis, weil jetzt bei diversen sachsen-anhaltische Politikern, allen voran Verkehrsminister Webel und Ministerpräsident Haseloff, das Heulen und Zähneklappern einsetzt und sie sich lauthals über das Ende der ostdeutschen Infrastrukturförderung beklagen und vom Bundesverkehrsminister ein Wiedereinsetzen des warmen Geldregens fordern. Gerade Webel hat die Chance verpaßt, sich zum Regierungswechsel von der unsinnigen Politik seines Vorgängers Daehre zu distanzieren. So bleibt nur, deutlich auf die existierenden Zahlen zu verweisen und von der Politik eine unabhängige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu fordern. Deshalb wird das 19. Camp wohl doch nicht das letzte gewesen sein, waren sich alle sicher.

Zunächst aber gab es vor der offiziellen Eröffnung einen Spaziergang zum vorgesehenen Ort des Kanals, wo Paul Dörfler auf dem Grunde des Kanalbetts Details zum Kanal und seiner (Un)wirtschaftlichkeit berichtete. Er konnte dabei auch darauf verweisen, daß die Politik wie bereits zuvor Ende des letzten Jahrhunderts, als es um den Bau des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg ging, mit mehrfach überhöhten Prognosen für die Schifffahrtszahlen hantiert. Für die Elbe bei Barby waren damals beispielsweise für das Jahr 2010 23 Millionen Tonnen Ladung vorausgesagt – tatsächlich waren es nur 1,1 Millionen Tonnen.
 Pünktlich um drei eröffnete Jutta Röseler das Camp. Erst gab es gemeinsam gesungene Lieder zur Gitarre, dann unterstrich auch sie die Notwendigkeit, bis zum tatsächlichen Ende des Kanalprojektes dran zu bleiben. Sie teilte Einzelheiten zum Ablauf des Camp und zu geplanten Veranstaltungen mit. So gibt es auch in diesem Jahr wieder das politische Forum mit Politikern des Landes und der Region. Interessanterweise sind es regelmäßig die Kanalbefürworter, die eine politische Auseinandersetzung scheuen. So gab es auch diesmal bereits die ersten Absagen aus der CDU. Aus dem Bundes-Verkehrsministerium wurde wegen Personalmangel abgesagt. Landes-Umweltminister Aeikens, der sich im letzten Jahr darüber beschwerte, nicht persönlich eingeladen worden zu sein, erklärte sich plötzlich für nicht zuständig und sagte ab. Verkehrsminister Webel hatte bisher zwar noch nicht abgesagt, jedoch wäre es ein großes Wunder, würde er tatsächlich erscheinen
 Die Musik überließ sie dann aber den Musikern der lokalen Irish-Folk-Band Glinde 7 und im Anschluß Klaus dem Geiger (Bericht folgt).

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