Sonntag, 28. Juli 2019

Erdüberlastungstag

Flashmob-Aktion der BUND-Jugend Sachsen-Anhalt in Barby

Die BUND-Jugend Sachsen-Anhalt erinnerte mit einer Flashmob-Aktion auf dem Barbyer Marktplatz an den Erdüberlastungstag. Der globale Erdüberlastungstag fällt dieses Jahr auf den morgigen 29. Juli. An diesem Tag (und damit nochmals ein paar Tage früher als in den Vorjahren) haben wir Menschen weltweit die gesamten nachhaltig nutzbaren natürlichen Ressourcen unseres Planeten aufgebraucht, die uns für ein ganzes Jahr maximal zur Verfügung stehen – ab jetzt nutzen wir also Reserven, die unsere Erde nicht hat.

Laut dem Global Footprint Network leben wir so, als hätten wir 1,7 Erden. Damit leben wir auf Kosten kommender Generationen. Deutschland hatte seine eigene diesjährige Erdüberlastung bereits am 3. Mai erreicht. Würden alle Menschen so leben wie wir, bräuchten wir sogar 3 Erden.

Flashmob auf dem Barbyer Marktplatz
Foto: Thomas Linßner

Anlässlich dieses Tages wiesen die Umweltaktiven des Nachhaltigen Sommercamps „NaSo!“ der BUNDjugend Sachsen-Anhalt und des Elbe-Saale-Camps mit einer gemeinsamen Kunstaktion auf die problematische Ressourcennutzung hin. Die junge Generation will nicht länger zuschauen, wie sie ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden und fordert Entscheidungen von der Politik, die die systematische Zerstörung unseres Planeten beenden.

Die Jugendlichen, aber auch einige der Teilnehmer des Elbe-Saale-Camps hatten sich für ihre Performance als Ressourcen verkleidet. Als Boden, Wald, Luft, Wasser, Tiere, aber auch als Öl und Kohle. Anfangs trugen die Ressourcen noch die Teilnehmer, wie im Bild oben, oder führten sie. Die Luft fächelte den Menschen zu, der Wald spendete Schatten mit seinem (Regen-)Blätterschirm, das Wasser verteilte Wasserbecher. Doch dann waren die ersten Ressourcen erschöpft, fielen zu Boden. Und bald folgten ihnen die Menschen nach, bis schließlich alle auf dem Pflaster des Marktplatzes lagen.

Später standen die Ressourcen nach und nach auf, sprachen über ihre Endlichkeit und gaben so ein wahrnehmbares Gefühl dafür, warum und wieviel wir zuviel verbrauchen.

Die fossilen Energien:
"Immer höhere CO²-Emissionen durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas sind verantwortlich für den Klimawandel, dessen Folgen wir jetzt schon drastisch spüren. Gleichzeitig haben wir durch massive Rodung und Abholzung immer weniger Waldfläche, die unsere CO²-Emissionen absorbieren könnten."

Die Erze:
"Die Vorräte an Erzen und seltenen Erden sind so gut wie aufgebraucht. Die Nachfrage steigt jedoch aufgrund von wachsender Produktion an Elektronik."

Die Tierwelt:
"Wir erleben gerade das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier. Unser Verhalten auf diesem Planeten ist dafür wahrscheinlich maßgeblich verantwortlich. Damit entziehen wir uns unsere eigene Lebensgrundlage."

Die Luft:
"Die Atmosphäre beschützt uns und ermöglicht das Leben auf diesem Planeten. Durch den Ausstoß von Treibhausgasen und Feinstaub gefährdet die Menschheit sich selbst."

Der Boden:
"Durch Überdüngung und Monokulturen wird das Gleichgewicht der Bodenlebewesen zerstört, und dadurch gelangt CO², das im Humus gebunden ist, in die Atmosphäre."

Das Wasser:
"Aufgrund von Dürren, längeren Trockenzeiten und der Verschmutzung durch Nitrate herrscht eine zunehmende Trinkwasserknappheit. Der Ausbau der Flüsse verschlimmert die Situation."

Die erneuerbaren Energien:
"Es gibt immer Wind und Sonne. Allerdings gibt es nur begrenzte Möglichkeiten, diese Energie für den Menschen nutzbar zu machen."

Damit steht für die Umweltschützer als Fazit fest: 
Wenn wir so weiterleben wie bisher, gibt es für uns und für kommende Generationen keine Zukunft. Wir sind auf unsere Erde angewiesen und deshalb ist es JETZT Zeit für Veränderung.

Wir können alle bei unserem eigenen Konsumverhalten anfangen: Auf Fliegen verzichten, weniger Fleisch essen, mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fahren und überlegen, was wir wirklich brauchen. Aber vor allem müssen wir Druck auf die Politik ausüben, endlich Verantwortung zu übernehmen und die Sektoren in die Pflicht zu nehmen, die maßgeblich für die Übernutzung unserer Ressourcen verantwortlich sind.

Eine zukunftsfähige Welt ist möglich, wenn wir uns alle gemeinsam für den Wandel zu einem nachhaltigen Umgang mit unserer Erde einsetzen.
 Fotos: Thomas Linßner

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