Samstag, 25. Juli 2020

Bestes Wiesenheu

Die Rückfahrt der Elbauen-Radtour führte an Steutz vorbei. Dort wohnen die Camp-Teilnehmerinnen Lysann und Uwe Papenroth. Nahe des Ortes haben sie die naturnahe Bewirtschaftung einer Streuobstwiese übernommen, genauer: der Wiese selbst, von der sie das Gras und Heu als Tierfutter nutzen. Für die Obstbäume auf der Wiese ist ein Verein aus dem Ort zuständig.

Blick über eine Blumenwiese.
Kein Wunder, dass das Heu duftet
und den Pferden schmeckt.

Den Exkursions-Teilnehmern erklärt Uwe Papenroth, wie er durch streifenweises Mähen dafür sorgt, dass sich nicht nur wertvolle Gräser etablieren, sondern sich auch der Bestand an blütenreichen Pflanzen erhöht. Das kommt auch der Insektenwelt zugute, die in den noch nicht gemähten Bereichen ausreichend Rückzugsorte findet.

Auf der Suche nach der Sand-Silberscharte

Pferde als Naturschützer: Auf dem Steckbyer Mühlberg siedeln die Hochschule Anhalt, der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und der Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt eine früher hier heimische, jetzt stark gefährdete Pflanze wieder an: die Sand-Silberscharte. Masterstudentin Theresa Petzold erklärte den Gästen vom Elbe-Saale-Camp das Vorkommen der Pflanze und die Maßnahmen zu deren Unterstützung. Und zu diesen Maßnahmen gehören dann eben auch die Pferde. 


Die Sand-Silberscharte ist eine Korbblütenart. Vom Aussehen her würde man eine Distel vermuten, jedoch hat sie weich behaarte Stengel und Blätter, von Stacheln keine Spur. Mit dieser Außenhülle und mit tief in den Sandboden reichenden Wurzeln sind die Pflanzen an den mageren Trockenrasen angepasst – sie wurden verdrängt, weil hohe Düngergaben konkurrenzstarke Arten förderten.

Auf der Suche nach dem Heldbock

Gernot Geginat ist hauptberuflich Medizinprofessor, in seiner Freizeit ist er zum Experten für Käfer geworden. In den Auenwäldern an der Elbe interessiert ihn das Vorkommen des vom Aussterben bedrohten Heldbocks. Den Camp-Teilnehmern berichtet Gernot Geginat von etwa 30.000 Insektenarten in Deutschland. Er selbst hat sich vor allem auf Käfer spezialisiert. Unter diesen ist der Heldbock einer der größten in Deutschland und in Europa.

Gernot Geginat zeigt an einer alten Eiche
die Fraßspuren des Heldbockkäfers

Am Rande des Steckby-Lödderitzer Forstes halten die Radfahrer Ausschau nach großen alten Eichen. Diese alten Bäume, die schon die Grenze der forstlichen Nutzung überschritten haben, dienen den großen Käfern als Wirtsbaum. Die erste, an der sie anhalten ist noch voll belaubt. Geginat lässt die Radfahrer das Alter des Baumes schätzen. 150, 200, 300 Jahre wird ihm zugerufen. Also das Maßband um den Baum gelegt: etwa 350 Zentimeter. "Etwa 2 Zentimeter nimmt ein Baum im Jahr an Umfang zu", erklärt er, "der Baum ist etwa 170 bis 180 Jahre alt". Käfer oder deren Löcher in der Rinde waren keine zu finden. Aber die Pause kommt gerade recht, etwas über die Heldbockkäfer zu erfahren.

Radtour durch die Elbauen

Die große Drei-Fähren-Tour: eine Strecke von 55 Kilometern lag hinter den Camp-Teilnehmern, als sie erschöpft, aber glücklich aus den Fahrradsätteln stiegen – um viele schöne Erlebnisse und Erfahrungen reicher. Von Barby aus ging es über die Saale-Fähre Groß Rosenburg nach Aken, dort über die Elbe und über Steckby und die Elbefähre Barby zurück.


Unterwegs wurde immer wieder Stop gemacht, sei es für ein Picknick, für Erklärungen zur Natur, zur Tier- und Pflanzenwelt, und natürlich auch zum Baden in der Elbe.

Die kleine Radtour, über die Elbefähre Breitenhagen, ist eine kürzere Variante: sie ist nur lockere 20 Kilometer lang. Beide Strecken sind sehr reizvoll zu befahren, und weitgehend abseits von Straßen bzw. nur auf kleinen, wenig befahrenen Straßen. Natürlich ist diese Tour nur möglich, wenn die Fähren überhaupt fahren. Die Camp-Teilnehmer hatten Glück – ein paar Tage später stellte die Saalefähre in Groß Rosenburg ihren Betrieb wegen des Niedrigwassers der Saale ein.

Freitag, 24. Juli 2020

Bootsfahrt mit Ziegenquarkpicknick

Das Elbe-Saale-Camp begann in diesem Jahr mit einer Kanufahrt auf der Elbe, mit Gesprächen über die Elbe und den Perspektiven, die der Wandel der Nutzung für die Elbe bietet. In Glinde legten wir einen Zwischenstop ein und erhielten bei Fam. Kutschbach ein Ziegenquarkpicknick. Pellkartoffeln mit hervorragend angerichtetem, frisch und wunderbar schmeckenden Kräuterquark aus der Ziegenmilch des Ziegenhofes Glinde. Eine schöne Stärkung nach der ersten Hälfte der Bootsfahrt. Diese brauchten wir dann auch, denn von Glinde bis Schönebeck gab es kräftigen Gegenwind.

Ziegenquarkpicknick auf den Glinder Elbterassen

Das Elbe-Saale-Camp führen wir in diesem Jahr sehr viel kleiner durch – wegen der Corona-Pandemie konnten wir während der Vorbereitung nicht absehen, welche Einschränkungen es geben wird und was  überhaupt erlaubt sein wird. So gibt es diesmal keine große Zeltstadt auf den Elbwiesen, stattdessen nur Tagesveranstaltungen.

Immerhin wird es aber am 26. Juli ein Abschlussfest geben (diesmal an einem Sonntag und schon ab 11 Uhr), das vom Inhalt und Umfang her fast dem bisherigen Abschlussfest entspricht, mit Elbe-Andacht, Wanderung durch die Elbauen, Kabarett, Kaffe und Kuchen und gemeinsamen Gesang. Eine herzliche Einladung zum Abschlussfest – und für schnell entschlossene auch zur Radtour morgen, Abfahrt 9 Uhr.

Abfahrt in Barby (Foto: Thomas Linßner)
Auf der Elbe (Foto: Thomas Linßner)

Dienstag, 26. Mai 2020

Elbe im Wandel – Update für das 28. Elbe-Saale-Camp: 24. – 26. Juli 2020

Auch das Vorbereitungs-Team des Elbe-Saale-Camp wurde von der Corona-Pandemie überrascht. Wir können trotz der sich entspannenden Pandemie-Lage jetzt noch nicht wissen, in welcher Form wir eine Veranstaltung dieser Größe durchführen können. Deshalb hatten wir bereits im April den Camp-Zeitraum von einer Woche auf drei Tage verkürzt. Das Elbe-Saale-Camp soll nun vom 24. bis 26. Juli stattfinden, von Freitag bis Sonntag.

Am Freitag planen wir, mit Booten auf der Elbe unterwegs zu sein, am Sonnabend werden wir mit Fahrrädern durch die Elbauen fahren und diesmal wird der Sonntag dem Abschlussfest gehören, mit einer Elbe-Andacht, einem Natur-Spaziergang (damit hätten wir dann zusammen mit Boot- und Radfahren so etwas wie einen umweltpolitischen Triathlon zusammen), Kaffee + Kuchen, Kabarett, Musik und Tanz.

Wie wir das mit den notwendigen Schutzmaßnahmen hinbekommen, müssen wir noch sehen. Deshalb können wir das Programm erst mal nur ganz grob bekanntgeben. Und das Camp wird in diesem Jahr nicht nur kürzer, sondern wohl auch etwas kleiner. Wir werden uns auf die Tages-Veranstaltungen konzentrieren und werden diesmal wohl nicht einen bunten Zeltplatz auf der Camp-Wiese einrichten. Aber dazu gibt es später noch Informationen. Bitte schaut ab und zu auf unserer Internetseite nach.

Unabhängig davon lässt uns das Thema Elbe, lassen uns die Probleme der Elbauen nicht los. Die Elbe wandelt sich, die Natur und das Klima, aber auch wir Menschen wandeln uns. Diesen Gedanken greift das 28. Elbe-Saale-Camp mit seinem Thema "Elbe im Wandel" auf. Vom 24. bis 26. Juli 2020 beschäftigen wir uns vor Ort mit der Elbe und ihren Wandelprozessen, schauen uns bei Exkursionen den Wandel vor Ort an und führen politische Aktionen durch. Die Abende werden wir, soweit das möglich ist, gemeinsam feiern, musizieren und an der Elbe am Lagerfeuer sitzen.

Die Elbe im Wandel: von der Wasserstraße zum
Magnet für naturnahen Tourismus, von schwarzer
Chemiebrühe zu klarem sauberen Wasser.

Dienstag, 11. Februar 2020

Elbe im Wandel – das 28. Elbe-Saale-Camp 19. – 25. Juli 2020

Die Elbe wandelt sich, die Natur und das Klima, aber auch wir Menschen wandeln uns. Diesen Gedanken greift das 28. Elbe-Saale-Camp mit seinem Thema "Elbe im Wandel" auf. Vom 19. bis 25. Juli 2020 beschäftigen wir uns in Workshops und Vorträgen mit Wandelprozessen, schauen uns bei Exkursionen den Wandel vor Ort an und führen politische Aktionen durch. Die Abende und auch die beiden Wochenenden gehören dem gemeinsam feiern, musizieren und tanzen und dem am Lagerfeuer sitzen.

Die Elbe im Wandel: von der Wasserstraße zum
Magnet für naturnahen Tourismus, von schwarzer
Chemiebrühe zu klarem sauberen Wasser.