Freitag, 31. Juli 2026

Workshop "ELSA 2027"

Nach dem Camp ist vor dem Camp. Und so war der Workshop "Elbe-Saale-Camp 2027" ein wichtiger Tagesordnungspunkt des Abschlusstages. Zwei Stunden mit Rückblicken auf das zu Ende gehende 34. Elbe-Saale-Camp und Ideen für das 35. Elbe-Saale-Camp im Jahr 2027. Denn dieses soll es wieder gehen, waren sich alle Teilnehmer*innen einig. Und ganz wichtig: es gibt schon den Termin für das 35. Elbe-Saale-Camp: dieses wird vom Sonnabend dem 31. Juli 2027 bis zum Freitag dem 6. August stattfinden. 

Teilnehmer*innen des Elbe-Saale-Camps sammeln
im Workshop Ideen für das nächste Jahr.

Der Beginn des Workshops schien eher ein Bewegungsspiel zu sein: Fine hatte Fragen vorbereitet, bei denen man sich auf der Campwiese irgendwo zwischen zwei Positionen zwischen den Punkten "Stimme zu" und "Stimme nicht zu" aufstellen musste. Inkl. Foto zur späteren Dokumentation des Workshops. Bei Fragen wie "War das Camp cool" war die Antwort ebenso einfach wie eindeutig (selbstverständlich war es cool). 

Nicht ganz so eindeutig war die Aufstellung bei der Frage nach dem in diesem Jahr geänderten Beginn an einem Sonnabend und Ende am Freitag. Da gab es durchaus auch ein "teils-teils". Diese lockere Atmosphäre schaffte eine unkomplizierte Grundlage für eine Diskussion über die Positionierung. Gegen die diesjährige Ausgestaltung sprach der Wunsch nach einem Abschlussfest, auch um für das von außerhalb kommende Publikum erreichbar zu sein. Für die Beibehaltung der Variante von Sonnabend bis Freitag sprachen einige auch ganz praktische Gründe: Man hat nur einmal den (nicht unerheblichen) Aufwand für das Eröffnungsfest, das Camp verläuft danach viel entspannter, der Stress am letzten Tag entfällt und auch die Lebensmittel für die Versorgung einer unkalkulierbaren Zahl von Gästen lässt sich besser planen und zuviel gekaufte Lebensmittel können die Woche über gut aufgebraucht werden. Was mal wieder zeigt, dass die Organisator*innen durchaus praktisch veranlagte Leute sind. Das Fazit war dann also: Camp von Sonnabend bis Freitag, und selbstverständlich kann man nach dem Lagerfeuer am Freitagabend noch bis zum Sonnabend auf der Campwiese übernachten (und dann wenn man mag beim Abbau helfen, so die Hoffnung der Organisator*innen).

Bei einer Frage waren sich alle einig: "Soll es das Elbe-Saale-Camp auch im Jahr 2027 wieder geben?". Da gab es weder bei "Nein" noch bei irgendwelchen Zwischenposition jemanden. Alle drängten sich um das Feld für "Ja". Das war sehr eindeutig. 

Bei der Frage "Soll es das Elbe-Saale-Camp 2027
geben?" waren sich alle einig und stellten sich
auf dem Feld für "Ja" auf. (Eigentlich bei "Jaaaa!")

Weitere Fragen hatten etwas mit dem Programm zu tun. Das waren dann Punkte, die sich nicht mehr in Ja, Nein oder Vielleicht einteilen ließen. Erste Ideen für das 2027er Programm waren, Zukunftsideen einbinden, die Saale wieder in den Blick zu nehmen und wieder einige Programmpunkte für Kinder zu machen. 

Dienstag, 28. Juli 2026

Wer kommt mit zur Elbe?

Für das diesjährige Camp hatte sich Iris Brunar, die das Elbe-Saale-Camp maßgeblich mit gestaltet, ein neues Veranstaltungsformat ausgedacht. Unter dem Titel "Wer kommt mit zur Elbe?"  gibt es täglich zu wechselnden Themen kurze, halbstündige Erklärungen von Themen rund um den Fluss, die Natur, den Flussausbau und dessen Folgen,

Iris Brunar (5. von links) erklärt Zusammenhänge
von Fluss, Wasser, Natur und Mensch

Botanik erkunden und zeichnen

Leonie Bronkalla lud heute zum Workshop Botanik erkunden und zeichnen ein. Zwei Stunden in denen eigentlich das genaue Hinschauen im Mittelpunkt stand.

Einleitend berichtetet die Landschaftsökologin über die Geschichte der bildlichen Darstellung von Pflanzen. Die ältesten Beispiele waren 800 Jahre alte Illustrationen. Waren es im Mittelalter eher illustrative Darstellungen, so bekamen die Zeichnungen von Pflanzen später wissenschaftlichen Charakter. "Es ging anfangs um die Heilpflanzenkunde", erklärte sie, " später nahmen Entdeckungsreisende wie Alexander von Humboldt Zeichner mit auf ihre Reisen". Und gute Pflanzenbücher haben auch heute noch Zeichnungen statt Fotos. "In Zeichnungen kann man charakteristische Merkmale viel besser und allgemeiner darstellen als in Fotos". 

Als Beispiele und spätere Zeichenobjekte hatte Leonie Bronkalla einige Pflanzen mitgebracht, darunter einige Gräser gleich von der Camp-Wiese, Labkraut, Disteln. Eine bunte Mischung von Pflanzen lag auf dem Tisch. Pflanzenkunde gab es gleich inklusive. "Jede Pflanze hat einen botanischen Vor- und Nachnamen", sagte sie. "Wenn Ihr gut seid, kennt Ihr beide: nicht einfach Flockenblume, sondern Wiesenflockenblume". Oder auch auf lateinisch: "Das Gänseblümchen heißt bellis perennis".


Zum Zeichnen gab es für jede Teilnehmer*in einen kleinen Skizzenblock und einen Bleistift. Mehr brauchte es nicht. Und für Zeichenneulinge gab es erst mal ein paar Trockenübungen: Schraffiert ein Rechteck, Füllt es mit Grautönen mit der flach gelegten Bleistiftspitze. Lasst Euch von Eurer Nachbar*in Euren Namen in der schönsten Schrift in Euer Heft schreiben. Schreibt Euren Namen selbst darunter - aber mit der Hand, mit der ihr sonst nicht schreibt. Schaut Eure Nachbar*in an und skizziert sie dabei in einer Minute - aber ohne auf das Blatt zu schauen. Und nun schaut in die Natur und zeichnet Euch selbst - wieder ohne auf das Blatt zu schauen.

Wie Leonie später sagte, diente alles das vor allem dem Zweck, die Angst vor dem Blatt und dem Stift zu nehmen. "Ihr könnt zeichnen", sagte sie, "schreibt das unter Eure Zeichnungen". Und irgendwie wirkten diese auf den ersten Blick unsinnig scheinenden Vorbereitungen tatsächlich, es wurde immer unwichtiger, ob man tatsächlich zeichnen konnte.