Samstag, 9. August 2014

Abschlußfest – Rückblick auf das Camp 2014

Im Anschluß an die Andacht blickt Jutta Röseler auf das zu Ende gehende Elbe-Saale-Camp 2014 zurück. Dabei erinnerte sie an das Motto des letzten Jahres "Überfluß" und das diesen Jahres "Extreme" und daß im Nachhinein betrachtet das eintrat, was bei der Planung des Camp zunächst jeweils nur allgemeine Begriffe waren (2013 der Überfluß an Wasser und 2014 die extrem niedrigen Wasserstände) – worauf sie von Pfarrer Beyer scherzhaft zugerufen bekam "dann seien Sie mal vorsichtig mit der Wahl des Themas für das nächste Jahr!". Sie erinnerte aber auch daran, daß es in diesem Jahr lange dauerte, bis feststand: ja, wir nehmen auch in diesem Jahr den Aufwand auf uns – es wird wieder ein Camp geben.

Uwe Junghans, von Beginn an beim Elbe-Saale-Camp dabei, gab nochmal einen Rückblick auf das diesjährige Camp, auf die Veranstaltungen und politischen Aktionen.

Dann ergriff Petra Peukert aus Dresden das Wort. Sie war jetzt zum zweiten mal im Camp zu Gast und bezeichnete es für sich als "eine ganz intensiv erlebte Woche, mit vielen persönlichen Kontakten und Erlebnissen" und sagte, sie wird vieles davon mit nach Dresden nehmen und dort weiter nutzen.

Paul Dörfler freute sich sichtlich darüber, daß 22 Jahre Arbeit "allmählich Ergebnisse zeigen". Er stellte einen Vergleich mit der Landwirtschaft auf, wo man erst säht und die Pflanzen reifen läßt, "und nun kommt die Zeit der Ernte", wie er die sich jetzt allmählich auch in der Politik einstellenden Erkenntnisse bezeichnet. Darüber hinaus freute er sich über die gute Resonanz in den Medien, wobei er in Anspielung auf die regionale Tageszeitung sagte: "Und wenn die Volksstimme nicht über alles berichten kann, dann werdet selbst zu Volkes Stimme". Womit er auch auf den aktuellen Flyer des BUND zur Elbe hinwies und auf die vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung und Information der Öffentlichkeit, zum Beispiel durch Dialog im Boot oder Elbespaziergänge.

Er freute sich auch darüber, daß die FlusschützerInnen an Elbe und Saale endlich – nach 22 Jahren – ernst genommen werden und wies darauf hin, daß sich die im Camp immer wieder diskutierten Thesen bewahrheiteten:
  • Der Fluss braucht mehr Raum, um die Hochwassergefahren zu senken.
  • Die Elbe eignet sich nicht als ganzjährig befahrbare Wasserstraße für den Massengutverkehr, da ihr die meiste Zeit im Jahr die nötige Wassermenge fehlt.
  • Die millionenschweren Baumaßnahmen an der Wasserstaße Elbe haben sich nicht ausgezahlt. Die Transporte gehen Jahr für Jahr zurück – bis zur Unkenntlichkeit. 
  • Die Sohleosion muss dringend gestoppt werden, damit wir die Auenwälder, das UNESCO-Biosphärenreservat und das UNECSO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich nicht durch Austrocknung verlieren.
  • Die wirklichen Potentiale der Elbe liegen im angeapassten Flusstourismus. 
Dörfler wies nochmals darauf hin, daß das alles weiter auf allen Kanälen x-mal wiederholt werden müsse, bis auch unsere Entscheidungsträger es auch verinnerlicht haben. Deshalb gab er den Teilnehmern des Camp die Aufforderung "Werdet Elbebotschafter!" mit auf den Weg.


Passend zu dieser Zusammenfassung stehen zwei Blicke aus dem Veranstaltungszelt:

Flußtourismus: Vorbeifahrt der "Theodor Fontane"
– Kreuzfahrtschiffe fahren auch bei Niedrigwasser.
Die schon sehr große Theodor Fontane hat 1 Meter
Tiefgang (bei 30 Zentimeter Wasser unterm Kiel
reichen 70 Zentimeter am Elbepegel Magdeburg).
Flußtourismus: Radtouristen warten auf die Fähre
(Die Fähre Barby ist eine nur von der Strömung
betriebene Gierseil-Fähre, wie es sie nur noch
an der Elbe und der Saale gibt )

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